The beautiful Game Erstellt
05.03.2009, 16:28 Text / Redaktion
Alois Gstöttner
Karina Lackner Mitarbeit
Markus Eder
Christoph Schmiedhofer

Brasilien: A–Z
Wer war Maria Chuteira? Was ist ein »Gol Fechado«? Wo steht das Stadion Zerão? Von A wie Adrianinho über S wie Styroporbox bis Z wie Zuckerhut. Das fabulöse Lexikon des brasilianischen Fußballs! Mit 128 Begriffen!
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2010
Die erste Fußballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden. Südafrika ist Austragungsort der 19. Endrunde, die zwischen 11. Juni und 11. Juli 2010 in zehn Stadien ausgespielt wird. Brasilien – unter Trainer Dunga – tritt in der Gruppe G gegen Nordkorea (15. Juni), Elfenbeinküste (20. Juni) und Portugal (25. Juni) an. Vgl.: Hexa, 20142014
Das Finale der Weltmeisterschaft 2014 findet natürlich im Maracanã in Rio de Janeiro statt. 64 Jahre nach der Schmach gegen Uruguay will man sich seinen ersten Titel im eigenen Land sichern. Ganz sicher ein Grund zur Freude: Der brasilianische Fußballverband (CBF) feiert 2014 sein 100-jähriges Jubiläum. > Hexa > MaracanaçoAlle zwölf Austragungsorte stehen seit Ende Mai 2009 fest: Rio de Janeiro, São Paulo, Belo Horizonte, Porto Alegre, Curitiba, Brasília, Cuiabá, Manaus, Fortaleza, Salvador, Recife und Natal. Die Qualifikation zur Endrund beginnt in Europa im Herbst 2012.
Die zwölf Austragungsorte auf unserer Google-Map: http://tinyurl.com/wm-2014
Adrianinho
Eine ehemalige Nummer 10 von Flamengo! Ein Besitzer eines österreichischen Passes! Ein Österreicher in Brasilien! Adrianinho spielt zurzeit – nach zahlreichen Wechseln – in der zweiten Liga beim Hauptstadtklub Brasiliense. In Österreich würde man ihn banal »Adriano Laaber« nennen. > InhoAmante
Deutsch: Geliebte. Mögliche Bezeichnung für den Ball. Eine kleine Auswahl: Mortadella, Untreue, Kleines Tier, Mädchen oder Falsche. Das Botafogo-Urgestein Nilton Santos zu seiner innigen Beziehung: »Wenn sie meine Geliebte war, dann war sie mir von allen die Liebste.«Argentinien
Südwestliches Nachbarland, zumindest im Fußball-Kontext wenig geliebt. Vermutlich mit ein Grund für die Aufregung ist die Frage: »Wer ist denn jetzt nun wirklich der beste Spieler aller Zeiten und Völker: der göttliche Diego Maradona oder der königliche Pelé?«Balançar o véu da noiva
Deutsch: den Schleier der Braut schwenken. Wenn ein Fußballspieler, der Junggeselle, seine Geliebte, den Ball, gut zu behandeln weiß, umwirbt und sie mit den nötigen Streicheleinheiten verwöhnt und diese ihm am Rasen treu zur Seite steht, führt dies im Optimalfall zum gewünschten Tor, zur Trauung. Sprich, der »Schleier wird geschwenkt«.Bangu Athletic Club
1904 ins Leben gerufener Vorstadtklub Rio de Janeiros und Gründungsmitglied der Campeonato Carioca. Die Vereinsgründung gilt als Meilenstein in der Demokratisierung des brasilianischen Fußballs, da von Anfang an auch Kicker ohne Zugehörigkeit zur dortigen Oberschicht spielberechtigt waren. > Domingos > Arthur FriedenreichBebeto
José Robert Gama de Oliveira, langjähriger Sturmpartner von Romário in der Seleção. 1989 wurde er Südamerikas Fußballer des Jahres, 1994 Weltmeister.Barbosa, Moacyr (1921–2000)
Nicht nur tragische Figur der Weltmeisterschaft 1950 im eigenen Land, sondern tragische Figur des brasilianischen Fußballs schlechthin. Im entscheidenden Spiel gegen Uruguay kassierte er in der 79. Minute den – vermeintlich haltbaren – Siegtreffer aus spitzem Winkel. Torschütze: Alcides Ghiggia. Barbosa dazu selbst 1993 in einem Interview: »In Brasilien ist die Höchststrafe für ein Verbrechen 30 Jahre. Doch ich zahle jetzt schon 43 Jahre für ein Vergehen, das ich nicht einmal begangen habe.« MaracanaçoBellos, Alex
Englischer Journalist und Autor des Buches »Futebol. Fußball – Die brasilianische Kunst des Lebens«. Eine Bibel für jeden gläubigen Fußballfan. Pflichtlektüre.Rezension: Futebol
Weblink: http://www.alexbellos.com
Bola de Ouro
Deutsch: Goldener Ball. 1973 vom Magazin »Placar« initiierte Auszeichung für den besten Spieler in der Liga. Das heißt die große Anzahl der – mitunter erfolgreicheren – Auslandskollegen wird hier nicht berücksichtigt. Der »Bola de Prata« – der silberne Ball – wird jeweils an den besten Spieler seiner Position überreicht. Zico von Flamengo durfte sich zweimal den goldenen und fünfmal den silbernen Pokal ins Regal stellen. > Lance!Bola Quadrada
Deutsch: Quadratischer Ball. Ein schlechtes Spiel, wir nennen es »eine Dreckspartie«. > JaponêsBotafogo FR
Gegründet am 12. August 1904 als »Botafogo Football Club«, beheimatet im gleichnamigen Stadtteil Rio de Janeiros. Die im Vergleich zu den Stadtrivalen Flamengo und Vasco da Gama eher kleine Anhängerschaft kontrastiert mit den großen Söhnen des Clubs. Botafogo war die einzige Geliebte des zweifachen Weltmeisters Nilton Santos sowie Heimat Mané Garrinchas, der in 581 Spielen für Botafogo 232 Tore erzielte. > Didi > Jairzinho > Carlito RochaCafú
Brasilianischer Rekordnationalspieler mit 142 Einsätzen. Er lief bisher als weltweit einziger Fußballer in drei aufeinander folgenden Weltmeisterschaftsendspielen (1994–2002) auf. Zwei Mal davon holte die Seleção den Titel.Campeonato Brasileiro de Futebol
Die Landesmeisterschaft, häufiger Brasileirão genannt. Der Rekordmeister im erst seit 1971 ausgetragenen Bewerb ist der FC São Paulo. Im Dezember 2008 konnte er sich seinen sechsten Titel, den dritten in Folge, sichern.Campeonato Carioca
Die Meisterschaft der Mannschaften aus dem Bundesstaat Rio de Janeiro. Flamengo (mit 31 Titeln) und Fluminense (mit 30) führen die Rangliste an. (Stand: 3. Mai 2009)Campeonato Gaúcho
Die Meisterschaft des südlichsten Bundesstaates Brasiliens: Rio Grande do Sul. SC Internacional (39 Titel) führt die Siegerliste vor Grêmio (35 Titel) an. (Stand: Mai 2009)Campeonato Paulista
Die Meisterschaft der Mannschaften aus dem Bundesstaat São Paulo. SC Corinthians Paulista führt die Siegerliste mit 26 vor SE Palmeiras mit 22 Titeln an. (Stand: 3. Mai 2009)Capoeira
Auch hier liegen Ästhetik und Bewegung eng beieinander. Die als Tanz getarnte Kampfsportart wurde von angolanischen Sklaven entwickelt. > Futebol ArteCaralho
Deutsch: Schwanz. Beliebter Terminus zur Artikulation seiner despektierlichen Gefühle den gegnerischen Reihen gegenüber.> PorraCarioca
Einwohner von Rio de Janeiro. > PaulistaCarregador de Piano
Deutsch: Klavierträger. Der schlechteste Spieler einer Mannschaft, das schwächste Glied der Kette. > Íbis Sport ClubCarrinho
Deutsch: Wagerl. Bezeichnung für die gepflegte Grätsche. In der Regel von hinten. Im Extremfall blutig.Cartola
Deutsch: Zylinder. Wenig schmeichelhafte Bezeichnung für Vereinsbosse bzw. korrupte Industriemagnaten. Der Begriff etablierte sich in der Zeit, in der Fußball noch eine rein aristokratische Angelegenheit war und Fußballeruniformen teilweise sogar eine Krawatte beinhalteten. Mannschaftstrainer, die mit Zylinder das Spielfeld betraten, waren keine Seltenheit. Polarisierendes und prominentestes Beispiel: Eurico Miranda von Vasco da Gama.Castro, Ruy
Journalist und Autor der Biografien von Mané Garrincha, Carmen Miranda und Nelson Rodrigues. Sprich, von drei richtungsweisenden Persönlichkeiten in ihrem Genre: Fußball, Musik und Literatur.CBD
Ein Spieler, welcher bevorzugt auf der Reservebank zu sitzen kommt. Einer, der isst, trinkt und schläft: »come, bebe e dorme«.Chapéu
Deutsch: Hut. Meint einen Heber. Hergeleitet von der halbkreisähnlichen Kurve, beim Ziehen des Hutes. Weitere sechs (!) Begriffe zur Umschreibung dieser technisch anspruchsvollen Angelegenheit: »Balãozinho« (Ballönchen), »Lençoís« (Leintuch), »Banho de Cuia« (Cuia-Bad), »Boné« (Kappe), »Bonezinho« (Kapperl) und »Sombrero«.Cobrar o escanteio e correr na área pra cabecear.
Deutsch: Den Eckstoss treten und ihn selber mit dem Kopf verwandeln. Umgangssprachliche Bezeichnung für Wunderwuzzis aller Art.Concentração
Verhasste »Isolationszeit« der Seleção vor wichtigen Länderspielen. Besuche, Ausgänge, Alkohol, Frauen und Kontakt mit Familie und Freunden sind ausnahmslos verboten.Confederations Cup
1997 in Saudi-Arabien, 2005 in Deutschland und 2009 in Südafrika (mit Coach Dunga) konnte die Seleção dieses Turnier für sich entscheiden. Teilnahmeberechtigt sind jeweils die aktuellen Meister der sechs Kontinentalverbände, der amtierende Weltmeister sowie der Gastgeber selbst.Confederação Brasileira de Futebol (CBF)
Der nationale Fußballverband Brasiliens. Der stets umstrittene Ricardo Teixeira macht den Präsidenten bereits seit 1989. > Cartola > João HavelangeCopa do Brasil
Der brasilianische Pokalwettbewerb. 64 Mannschaften aus den 26 Bundesstaaten nehmen teil. Grêmio und Cruzeiro führen die Siegerliste mit je vier Titeln an. Der amtierende Meister (2009) ist Corinthians mit insgesamt drei Titeln.Copa Libertadores
Die südamerikanische Champions League. Die brasilianischen Erfolge sind hier bescheiden. Independiente führt mit sieben Siegen die Wertung vor den Boca Juniors und Peñarol Montevideo aus Uruguay an. Erster brasilianischer Club ist FC São Paulo mit drei Titeln.Copa Roca
Ein von 1914 bis 1976 ausgetragener Fußballwettbewerb zwischen Brasilien und Argentinien. Beim Aufeinandertreffen am 7. Juli 1957 gab Pelé sein Debüt für die Seleção, sechs Wochen vor seinem 17. Geburtstag.CR Vasco da Gama
1898 von vier portugiesischen Einwanderern als Ruderklub gegründet und nach Vasco da Gama, dem berühmten portugiesischen Seefahrer und Entdecker des Seewegs nach Indien, benannt. Vasco engagierte sich von Anfang an aktiv gegen die Ausgrenzung dunkelhäutiger und armer Spieler und verteidigte diese Klublinie auch gegen offizielle Widerstände. Traditionell der Klub der portugiesischstämmigen Einwohner Rios, sieht sich Vasco harten Zeiten gegenüber. Im Dezember 2008 stieg man erstmals in der Vereinsgeschichte aus der Série A ab. > Romário > Eurico MirandaVereinswappen: Vasco da Gama: Gigante da Colina
Zeitlupe: 07.12.2008: Vasco da Gama in die Série B
Craque
Ein guter, nein, eigentlich ein sehr guter Fußballer. Ein Held. Ein Liebling der Massen. Das Wort kommt aus dem englischen Pferdrennsport, bei dem das beste Pferd als »Crack-horse« bezeichnet wurde. Die Brasilianer übernahmen diesen Begriff ins Portugiesische für den besten Spieler eines Teams.Cristo Redentor
Die Christusstatue in Rio. Der linke Arm von Jesus weist uns fürsorglich den Weg in Richtung einer weiteren Pilgerstätte, des Maracanã. Vor uns breiten sich die pipifein klingenden Stadteile Flamengo, Botafogo, Copacapana und Ipanema aus. Der Berg nennt sich Corcovado (deutsch: Der Bucklige) und liegt 710 Meter über dem nahen Meeresspiegel. > SambódromoDa Silva, Leônidas (1913–2004)
Wer wurde 1938 Rekordtorschütze bei der Weltmeisterschaft in Frankreich mit sieben Treffern? Wer spielte sowohl für Vasco da Gama, Botafogo, Flamengo und den FC São Paulo? Wer gilt als bekanntester Protagonist (Erfinder war er nicht) des Gol de Bicicleta, hier auch banal als Fallrückzieher bezeichnet? Und: Nach wem wurde eine Schokolade benannt? Leônidas da Silva, der »Gummimensch«, »Diamante Negro«! > Golaço > Show de BolaDemocracia Corinthiana
Von den drei Corinthians-Spielern Sócrates, Wladimir und Casagrande 1982 initiierte Demokratiebewegung mit politischem Background. Als Aufruf zur Wahlbeteiligung prangte auf ihren Dressen »DIA 15 VOTE«. Eine Kommunalwahl, die den Weg zur Beendigung der 20-jährigen Militärdiktatur ebnen sollte. Casagrande: »Wir alle wurden zu politischen Idolen, Künstlern und Intellektuellen. Wir haben Gratulationskarten von der ganzen Welt erhalten und das hat dazu geführt, dass wir immer mehr über die soziale und politische Gegenwart des Landes gelesen haben. Wir haben so viel gelesen. Wir haben sogar in den Trainingspausen gelesen.« Wladimir, nicht weniger beeindruckt: »Ich pflege zu sagen, dass sich mein Leben in zwei Phasen teilt: vor und nach der Democracia Corinthiana.«Didi (1928–2001)
Sein Durchbruch gelang Valdir Pereira bei Fluminese bzw. Botafago. Mit weniger Erfolg versuchte er sich bei den Königlichen aus Madrid. Ungereimtheiten mit Alfredo di Stéfano ließen ihn nach nur einer Saison zu Botafago zurückkehren. Er bestritt 68 Länderspiele, erzielte 20 Tore und wurde zweimal Weltmeister. Als bester Spieler des Turniers 1958 hatte er erheblichen Anteil am erstem brasilianischen Weltmeistertitel – im Anschluss an die erfolgreiche Titelverteidigung 1962 gab Didi seinen Rücktritt aus der Seleção bekannt. Nach seiner aktiven Karriere wechselte er auf die Trainerbank. Er coachte zahlreiche Teams, darunter die peruanische Nationalelf, welche er bei der Endrunde 1970 ins Viertelfinale führte.»Er tanzte, im Duett mit dem Ball«, so Nelson Rodrigues. Zudem galt Didi als Meister des langen Passes und des »Folha Seca«, jener mit dem Außenrist getretener Freistöße, welche über die Mauer segeln und sich dann senken wie ein welkes Herbstblatt.
Domingada
Bezeichnet im Brasilianischen die Kunst, stilvoll und in aller Ruhe den Strafraum zu verlassen, wie es einst Domingos perfektionierte. Frei von Hast und wider Willen, sich vom Ball trennen zu wollen.Domingos (1912–2000)
Domingos Antônio da Guia, der »Gottbegnadete«, begann und beendete seine vom Rassismus beschnittene Karriere beim Bangu Athletic Club. In der Zwischenzeit folgten kurzweilige Engagements bei Nacional Montevideo, Vasco da Gama, Boca Juniors und ein sechsjähriges Dasein als Schlüsselspieler bei Flamengo in Rio. Er bestritt 30 Länderspiele und gilt als solidester Verteidiger in Brasiliens Fußballgeschichte. »Die Schnelligkeit verachtete er. Er spielte in Zeitlupe, ein Meister der Spannung und Genießer der Langsamkeit«, schreibt Eduardo Galeano in seinem Fußballklassiker »Der Ball ist rund und Tore lauern überall« über ihn. > Domingada > Arthur FriedenreichDomingues, Milene
Ex-Frau von Ronaldo. Und bei Weitem beeindruckender: Sie jongliert den Ball wie keine andere. Nach 9 Stunden und 6 Minuten wurden – je nach Quelle – um die 55.000 Berührungen gezählt. In der Seleção kam sie ebenfalls zum Einsatz. > RosanaDrible de Vaca
Deutsch: Kuhdribbel. Taktische Finte zur Überwindung Deines Gegenübers. Der Ball auf deiner einen, du auf der anderen Seite des (im Optimalfall) erstarrenden Verteidigers.Dunga
Der aktuelle Übungsleiter der Seleção mit der Mission: Weltmeisterschaftstitel 2010. Weltmeister von 1994 und der Mann an der Seitenlinie beim Gewinn des Confederations Cup in Südafrika. > HexaFC Santos
Schnitzel und Kartoffelsalat. AC Milan und Paolo Maldini. FC Santos und Pelé. Begriffspaare, die kaum zu trennen sind. 1.088 Tore in 1.114 Spielen vereinen den aus der 400.000-Einwohner-Stadt Santos stammenden Verein und die Jahrhundertikone. In den frühen 1960er-Jahren wurde alles gewonnen, was es zu gewinnen gab: die Copa Libertadores und der Weltpokal (1962, 1963), die brasilianische Meisterschaft (1968), der brasilianische Pokal (1961 bis 1965) sowie acht Mal die Staatsmeisterschaft von São Paulo.FC São Paulo
1930 aus einer Zusammenlegung der Fußballsektionen der Vereine »Club Athletico Paulistano« und »Associação Atlética das Palmeiras« entstanden. Man übernahm auch die Klubfarben – Schwarz-Weiß von Palmeiras und Rot-Weiß von Paulistano – was den Spitznamen des Klubs, »Tricolore«, erklärt. 1935 gründete man sich nach finanzieller Pleite erneut. Im Dezember 2008 sicherte sich der dreifache Weltpokalsieger die dritte Meisterschaft in Folge und hält wie Flamengo (seit 2009) bei sechs Trophäen.Filho, Mário (1908–1966)
Einflussreicher Sportjournalist und -reporter. Wegbereiter für eine neue Generation des Sportjournalismus. Die Bezeichnung »Fla-Flu« geht auf ihn zurück und und er ebnete den Weg zum Bau des Maracanã, welches ihm zu Ehren (immerhin offiziell, verwendet wird es von niemand) »Estádio Jornalista Mário Filho« benannt wurde. Älterer Bruder von Nelson Rodrigues.Firula
Deutsch: Rüsche. Unnötig übertriebener Spielzug, um den Gegner zu demütigen oder das Publikum zu beeindrucken. > Mané Garrincha > RonaldinhoFlamengo
Die »Rubro-negro«, 1895 wie so viele andere Clubs in Brasilien als Ruderklub gegründet. Offizieller Name: »Clube de Regatas do Flamengo«. Sechsfacher brasilianischer Meister und mit über 35 Millionen Anhängern größter Fußballklub des Landes. Zico, der »weiße Pelé«, die berühmte Nummer 10, schoss für die »Mengão« in 765 Spielen 568 Tore. > TorcidaFla-Flu
Abkürzung für das prestigeträchtigste Derby (Clássico) in Rio de Janeiro: Flamengo gegen Fluminense. Das im Maracanã ausgetragene Spiel ist seitdem eine Begegnung der Extraklasse und für den bis heute gültigen Zuschauerrekord eines Fußballklubmatches verantwortlich: 1963 sahen 194.603 Personen im Maracanã-Stadion den »Fla-Flu«. Weitere, mehr oder weniger gängige Abkürzungen: Ba-Vi (Bahia gegen Vitória), Gre-Nal (Grêmio gegen Internacional) und San-São (Santos gegen São Paulo). > Mário FilhoFluminense FC
1902 durch Oscar Cox gegründet und damit erster Fußballklub Rio de Janeiros. Nachdem 1911 nach einem Disput um einen Trainer neun Spieler die Mannschaft verließen und sich Flamengo anschlossen, war die größte Rivalität des brasilianischen Fußballs geboren.Futebol Arte
Deutsch: Fußball als Kunstwerk. > Craque > Golaço > Gol de Bicicleta > Show de BolaFriedenreich, Arthur (1892–1969)
Der Deutsch-Brasilianer war einer der ersten dunkelhäutigen Spieler im brasilianischen Klubfußball und in der Seleção. In der FIFA-Statistik wird er als erfolgreichster Torschütze der Fußballgeschichte gelistet.Verhaltenskreativ: Arthur Friedenreich: Der anonyme Avantgardist
Futebol de Botão
Deutsch: Knopffußball. Äußerst prominente und gern gespielte Sonderform des Fußballspiels. Der Knopf als Ball, der Tisch als Feld – der Rest bleibt in der Regel gleich: Strategiebesprechungen am Flipchart, die Hymne vor dem Spiel und stolz getragene Uniformen geben dem vermeintlichen Kinderspiel seine verdiente Ernsthaftigkeit. Die Liebe des brasilianischen Musikpoeten Chico Buarque zu seiner Knopffußballmannschaft »Politeama« brachte dieser den nötigen Ruhm, um 2005 als reale Mannschaft, mit Ball statt Knopf, gegen die Veteranen von FC Santos antreten zu dürfen. Man verlor respektabel mit 3:5.Futebol de Rua
Deutsch: Straßenfußball. Der Name ist Programm. Der brasilianische Schriftsteller Luis Fernando Verissmo hat einmal geschrieben: »Der ›Futebol Rua‹ ist so bescheiden, dass er die ›Pelada‹ mit Senhora anredet.«Futevôlei
Naheliegende Kombination aus Fuß- und Volleyball. In Rio de Janeiro 1960 – aus Mangel an fußballtauglichen Flächen – erfunden bzw. adaptiert, wird dieses trickreiche Spiel mittlerweile global perfektioniert. > Gol Fechado > Pelada > Gol de BicicletaFutsal
Kurzform für »Futebol de Salão«. »Eigentlich« eine Form von Hallenfußball, jedoch in Wirklichkeit die heimliche Nachwuchsschmiede aller brasilianischen Dribble-Künstler. Amtierender »Craque« der Futsal-Seleção: Falcão.Frango
Deutsch: Huhn. Das unglückliche Ereignis, bei welchem einem soeben noch erleichterten Tormann das ergriffene Spielgerät in letzter Sekunde wie ein schreckhaftes Huhn entwischt und dieses ins Tor entschwinden lässt.Garrincha, Mané (1933–1983)
Man nannte ihn »Alegria do Povo« und meinte die »Freude des Volkes«. Der Botafogo-Star war einer der letzten unbeschwerten Dribbler und wohl auch der größte aller Zeiten. 60 Länderspiele absolvierte Mané Garrincha zwischen 1955 und 1966 für die brasilianische Auswahl. Mit Pelé an seiner linken Seite wurde kein Spiel verloren. Fußball als Kunstwerk, »Futebol Arte«, hatte seine zwei größten Söhne. Am 20. Jänner 1983, starb er einsam und verarmt an einer Leberzirrhose.Rezension: Garrincha. Estrela Solitária
Verhaltenskreativ: Mané Garrincha: Die Freude am Flügel
Gasolina
Deutsch: Benzin. Spitzname Pelés, bevor er den Thron als Fußballkönig besteigen durfte. Weitere Pseudonyme brasilianischer Profikicker: »Diamante Negro« (Deutsch: Der schwarze Diamant), »Ventilador« (Ventilator), »Astronauta« (Astronaut), »Fuzuê« (Lärm) und »Geada« (Frost). So gut wie alles kann in Brasilien zur Bildung eines Phantasienamens herangezogen werden. Fehlt die Inspiration, wird gerne nummeriert, wie im Falle des Kickers »Centoenoves« (Hundertneun). > InhoGinga
Zumindest von Nike gern verwendete Bezeichnung bzw. Umschreibung für den Spirit unseres »schönen Spiels«. > Futebol Arte > Show de BolaRezension: Ginga. Die Seele des brasilanischen Fußballs
Gol de Bicicleta
Deutsch: Fallrückzieher-Tor. Die Urheberfrage ist hier nicht zu 100 Prozent geklärt. Selbst redaktionsintern spalten sich hier die Lager, wem denn nun als Erstem dieses akrobatische Kunststück gelang. Die einen behaupten, dem Brasilianer Leônidas da Silva (»Der schwarze Diamant« oder »Der Gummimensch«), die anderen nennen den Italiener Carlo Parola als ersten Protagonisten. Vermutlich aber war es bereits 1914 der Chilene David Arellano. Im Spanisch sprechenden Teil von Südamerika wird dieser Trick deshalb auch als »La Chilena« bezeichnet. > Futebol Arte > Show de BolaGol de Placa
Ein Tor, das eine Gedenktafel verdient. In Brasilien gibt es offiziell nur eins. Am 5. März 1961, beim Spiel Santos gegen Fluminense, dribbelte und zauberte Pelé derart fabelhaft durch die gegnerischen Abwehrreihen, dass ihn der Kommentator des Spiels – Joelmir Beting – eine Bronzetafel im Maracanã widmete. Die Inschrift: »Dem schönsten Tor in der Geschichte des Maracanã«.Gol Fechado
Deutsch: Das geschlossene Tor. Eine beliebte Sonderform der Pelada: das gepflegte (und äußerst anstrengende) Spiel am Strand. Einziges Regulativ: Der Abstand der »Torpfosten« (vorzugsweise Bambusrohre) ist mit 3 Fuß festgesetzt. Wir haben es freilich auch probiert. Die Kommentare des lokalen Fachpublikums: »He, die Engländer können ja Fußball spielen!« > Futebol de RuaGol Olímpico
Auch Andi Herzog konnte das prima, eine Ecke direkt verwandeln. Die Bezeichnung führt aber auf ein Tor von Cesáreo Onzari zurück, bei welchem der Argentinier (!) 1924 im Spiel gegen (den frischen Olympiasieger) Uruguay den Ball direkt vom Eckpunkt ins Tor zirkelte. Kurioserweise wurde erst vier Monate zuvor die Regeländerung beschlossen, dass Ecken auch direkt verwertbar sind.Golaço
Wie unterscheidet der Brasilianer ein Tor von einem außergewöhnlichen Tor? »Gol«: die einfache, banale Variante, das Handwerk. »Golaço«: das Schauspiel, das Kunstwerk. Fußball als Kunstwerk – »Futebol Arte«. Nirgendwo macht eine solche Sprachdifferenzierung mehr Sinn als hier in Brasilien. > Gol de Placa > Show de BolaGrêmio Foot-Ball Porto Alegrense
1903 vom Unternehmer Cândido Dias da Silva und deutschen Einwanderern gegründeter Verein aus Porto Alegre. Grêmio (»Brüderlichkeit«) war der erste Verein, der 1935 mit einem Sieg gegen den FC Santos ein Paulista-Team besiegen konnte. Als letzter brasilianischer Profiklub verabschiedete man sich dahingegen erst 1952 vom rassistischen Dogma, nur weiße Spieler zu beschäftigen. Sicher einer der Hauptgründe dafür, dass dem Verein bis heute eher ein konservativ-elitäres Image anhaftet. Nach Abstieg und sofortigem Wiederaufstieg 2004/2005 lief es zuletzt wieder besser für den zweifachen brasilianischen Meister – 2007 wurde das Finale der Copa Libertadores erreicht, das man allerdings gegen die Boca Juniors aus Buenos Aires verlor.Havelange, João
Von 1958 bis 1975 Präsident des nationalen Fußballverband Brasiliens und von 1974 bis 1998 FIFA-Präsident. Er selbst sagt über seine Laufbahn bei der FIFA: »Als ich im FIFA-Hauptquartier in Zürich ankam, da fand ich ein altes Haus vor und ein bisschen Geld in einer Schublade. Als ich 24 Jahre später meinen Posten räumte, besaß die FIFA Verträge und Besitztümer im Wert von über 4 Milliarden US-Dollar.« Vorgänger von Sepp Blatter.Hexa
2010, bei der Weltmeisterschaft in Südafrika, sollte es so weit sein. Aber aller-allerspätestens 2014, im eigenen Land, will man sich den insgesamt sechsten Titel sichern. > Maracanaço > PentaÍbis Sport Club
Fußballclub der Stadt Paulista, Bundesstaat Pernambuco. Jener Verein, der zwischen 1980 und 1984 drei Jahre und elf Monate ohne einen Sieg vom Rasen ging und seither stolz den Titel »Die schlechteste Fußballmannschaft der Welt« trägt. Gegen FC Santa Cruz ging die »Untreue« sowohl 1978 als auch 1980 gleich 13 Mal ins eigene Netz. FC Náutico und Recife Sport siegten mit 11:0. Wer hat Schuld? Man ist sich einig: das Team-Maskottchen, der unglückbringende schwarze Vogel Íbis! > Carlito RochaInho
Das Diminutiv ist im Gegensatz zum Augmentativ die Verkleinerungsform eines Substantivs. Sprich, Ronaldo wird zu Ronaldinho und Adriano zu Adrianinho.Japonês
Deutsch: Japaner. Bezeichnung für einen schlechten Spieler. > ÖsterreichJairzinho
Jair Ventura Filho ballesterte den Großteil seiner Karriere bei Botafago in Rio de Janeiro. Bei Olympique Marseille spielte er zwei Jahre, seine Laufbahn beendete er nach Gastspielen in den Ligen Boliviens und Venezuelas. Er streifte 74 Mal das Trikot der Seleção über und schoss 18 Tore. Beim Weltmeisterschaftsgewinn der Brasilianer 1970 in Mexiko kam Jairzinho in allen Partien zum Einsatz und erzielte in jedem Spiel mindestens ein Tor. Ein Rekord, der bis heute von keinem anderen Torjäger geknackt werden konnte.Kfouri, Juca
Renommierter Fußballjournalist aus São Paulo im »ewigen Kampf« gegen die Korruption, Cartolas und die Handelsware Fußball.Weblink: http://blogdojuca.blog.uol.com.br
Lance!
Die auflagenstärkste Fußballzeitung im Lande. Erscheinungsweise: täglich. Monatlich wird der interessierte Leser mit »Fut« und »Placar« informiert. > Mário Filho > Juca Kfouri > Nelson RodriguesMacumba
Afrikanisches Wort für »Magie«. Benennt in Brasilien jede Art von Zauber, Aberglauben und Verwünschung. Nie gewonnene Meisterschaften, mehrer Stangentreffer schon in der ersten Halbzeit, wiederkehrende Knieverletzungen sind ein klarer Fall von Zwiebelbrei mit Kerzenwachs, nächtlichen Bädern in Kräutersuppen und unter Fußballfeldern vergrabenen Froschbeinen, in diesem Fall »Macumba«. Der brasilianische Fußballtrainer Neném Prancha jedoch beruhigt: »Wenn Macumba ein Spiel beeinflussen könnte, würde jede bahianische [Anm: stark afrikanisch beeinflusster Bundesstaat Brasiliens] Meisterschaft unentschieden enden.« > Sai Zica! > Carlito RochaMalandro
Ein Schlitzohr. Ein Gauner. Ein kulturell oft zitierter und für viele Cariocas identitätsstiftender Charaktertyp. Die zur Person gewordene Finte. Sócrates beschreibt sich selbst: »Eine Schweinerei mit angenehmem Geruch.« Und meint damit: Malandro. > Mané Garrincha > RomárioMaracanã-Stadion
Eigentlich: »Estádio Jornalista Mário Filho«. Errichtet anlässlich der Weltmeisterschaft 1950 im eigenen Land. Heute ist es – bei Spitzenspielen – Heimstätte für Botafogo, Flamengo, Fluminense und Vasco da Gama. Und außerdem Pilgerstätte für Millionen Fußballfans weltweit. Udo Jürgens, eigentlich Udo Jürgen Bockelmann, verzauberte hier 1974 die Massen. Papst Johannes Paul II., eigentlich Karol Jozef Wojtyla, predigte hier 1980 und a-ha rockten 1991 vor 195.000 im Stadion-Oval. Apropos Papst: Der göttliche Pelé traf hier – via Elfmeter – zum 1.000sten Mal am 19. November 1969. > Cristo Redentor > SambódromoMaracanaço
Das brasilianische Landskrona. Der 16. Juli 1950 ging als die größte Schmach in die Geschichtsbücher Brasiliens ein. Das WM-»Endspiel« gegen Uruguay im eigenen Land ging mit 2:1 an den belächelten Nachbarn. 1:2 im eigens für die WM errichteten Maracanã vor fast 200.000 Zuschauern. 1:2 im letzten Spiel. 1:2 gegen Uruguay. 1:2 gegen die Urus! Acht weitere Jahre musste die Seleção auf ihren ersten Titel warten. Jahre darauf scherzte der Torschütze Alcides Ghiggia: »Nur drei Menschen haben mit einer einzigen Bewegung das Maracanã zum Schweigen gebracht: Frank Sinatra, Papst Johannes Paul II. und ich.« Witzig fanden das freilich nur wenige. > BarbosaMaria Chuteira
Deutsch: Maria Fußballschuh. Leicht abfällige Bezeichnung für Frauen, die gerne mit erfolgreichen und berühmten Fußballern ausgehen (würden). Die »First Ladies« des brasilianischen Fußballs. »Maria Shampoo« bevorzugt behaarte Zeitgenossen und »Maria Palheta« (deutsch: Plektron) ist den Musikern zugetan. Das Pendant im Autosport: »Maria Gasolina«.Miller, Charles William (1874–1953)
Der von seinen Eltern im Kindesalter zur Schulbildung nach England entsandte Miller kehrte im Februar 1894, mit einem Fußballlehrbuch und einem Ball im Gepäck, nach São Paulo zurück. Als er feststellte, dass Fußball in seiner Heimat völlig unbekannt war, erkannte er seine Mission in der Verbreitung des für ihn so königlichen Sports. Innerhalb weniger Monate wurde in ganz São Paulo Fußball gespielt, innerhalb weniger Jahre in ganz Brasilien.Miranda, Eurico
Politiker und Ex-Vizepräsident von Vasco da Gama. Selbst Hannes Kartnig würde neben Miranda wie ein kleiner unschuldiger Schulbub aussehen. Ein Beispiel aus seiner Schaffensphase: Das entscheidende Meisterschaftsspiel gegen die Außenseiter São Caetano am 30. Dezember 2000 wurde nach einer einstündigen Phase des Ausnahmezustandes abgebrochen: 168 Personen wurden verletzt! Sein Kommentar dazu: »Diese Tunte von Gouverneur hat das Spiel abgeblasen. Der hat kein Recht dazu und ist ohnehin unfähig. Der Kerl ist ein Waschlappen.« > CartolaMorumbi-Stadion
Das »Estádio Cícero Pompeu de Toledo« in Morumbi, einem der nobleren Stadtteile in São Paulo, ist einer der Schauplätze der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Die 1960 fertig gestellte Spielstätte des FC São Paulo fasst heute 80.000 Zuschauer und gilt als das größte private Stadion Brasiliens.Nike
Hauptsponsor von zahlreichen brasilianischen Kickern und der Seleção selbst. > Ronaldo > RonaldinhoOnde a coruja faz o ninho
Deutsch: Da, wo die Eule ihr Nestchen baut. Gemeint ist das Allerheiligste: das Kreuzeck.Österreich
Acht Mal wurden die Kräfte gemessen. Drei glorreiche Unentschieden der österreichischen Elf (1971, 1973 und 1974) stehen fünf Niederlagen gegenüber. Torverhältnis: 12:4 für Brasilien. Klingt überzeugend, ist es vermutlich auch.Oxo
Gesprochen: Oscho. Ein torloses Unentschieden wird hier nicht wie in Europa üblich mit »0:0« zur Anzeige gebracht, sondern mit »0 x 0«. »Zwei gähnende Münder«, wie es der uruguayische Schriftsteller Eduardo Galeano treffend nannte.Paulista
Einwohner von São Paulo. > CariocaPeixinho
Deutsch: Fischerl. Der halsbrecherische horizontale Flug, den ein Spieler wagt, wenn er den Ball knapp über dem Boden via Kopf auf seine geplante Dienstreise schickt. > Futebol Arte > Gol de BicicletaPelada
Was für Wassersportler das Nacktschwimmen nach Badeschluss ist, ist für Fußballer die Pelada. Das formlose »Petting« (Nelson Rodrigues) mit dem Ball. Gemeint ist in diesem Fall sowohl ein Gummiball als auch eine Kokosnuss, eine Orange, ein ausgelatschter Schlapfen oder auch eine Erdnussschale an einem spontanen Ort wie dem Strand, der Bushaltestelle oder vor dem Haus. Eine Huldigung des zwanglosen Kicks, ohne sich an ein strenges, gnadenloses – von englischen Akademikern erfundenes – Reglement zu binden. Der Begriff leitet sich vom portugiesischen Wort für Gummiball, dem »Péla«, ab. In Bahia, dem künstenreichsten Bundessaat Brasiliens, wird die »Pelada« gern auch »Baba« genannt. > Futebol de Rua > Gol Fechado > Peladão > VárzeaPeladão
Einen Vierzeiler für dieses größte und atemberaubendste Turnier auf Mutter Erde? Nicht bei uns! In der Kategorie »Im Abseits« widmen wir uns diesem grandiosen Schauspiel.Rezension: Peladão. Elf Freunde und eine Königin
Im Abseits: Peladão: Die Schöne und das Spiel
Pelé
Was für eine Sternen-Konstellation: Am 23. Oktober 1940, zwei Wochen nach John Lennon und etwa einen Monat vor Bruce Lee, erblickte Edison Arantes do Nascimento, besser bekannt als Pelé, wenig bekannt als Gasolino, das Licht der Welt. Ein Licht erstrahlte, das alles Zukünftige in den Schatten stellen sollte. Ein Licht mit dem Charme eines Sonnenuntergangs am Strand von Ipanema. Bereits mit 17 holte er den ersten Titel für die Seleção bei der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden. Zwei weitere Titel 1962 und 1970 folgten. Drei Mal also stemmte »Atleta completa« den goldenen Jules-Rimet-Pokal in die Sommernächte von Schweden, Chile und Mexiko. Einmalige drei Mal, kein anderer Spieler wiederholte dieses. Man spricht von der »Ära Pelé«. Ebenso erfolgreich war sein Engagement beim FC Santos, seiner einzigen brasilianischen Geliebten, und später, ab 1975, bei New York Cosmos. Seine Zeit als brasilianischer Sportminister (1995 bis 1998) war weniger glorreich: Das »Pelé-Gesetz«, sein großes Projekt zur Neustrukturierung des brasilianischen Fußballs wurde nur marginal umgesetzt.Rezension: Pelé. Mein Leben
Penta
Fünf Mal (1958, 1962, 1970, 1994 und 2002) ging die brasilianische Elf bei Weltmeisterschaften als Sieger vom Platz. Ronaldo wurde mit acht Treffern zum gefeierten Star des bislang letzten Titels in Südkorea und Japan. > HexaPimba na Gorduchinha
Redewendung. Bedeutet so viel wie »Hau drauf auf die kleine Blade« und meint »Versenk den Ball im Tor der gegnerischen Mannschaft«. Der legendäre Moderator Osmar Santos gilt hier als Urheber. Auch alltägliche Redewendung für etwas, das aufgrund akuten Zeitmangels ohne viel rumzueiern schleunigst erledigt werden muss. »Weg mit der Haut« – das deutschsprachige Pendant.Pipoqueiro
Deutsch: Popcorn-Typ. Eigentlich ein sehr guter Spieler, oft sogar ein Craque. Bei den wirklich wichtigen Momenten versagt er jedoch kläglich und springt – wie das in Brasilien äußerst beliebte Popcorn – aus der Pfanne.Porra
Deutsch: Verdammte Scheiße. Leicht zu lippenlesender Kraftausdruck. > CaralhoRaí
Der elf Jahre jüngerer Bruder von Sócrates war ebenfalls Kapitän der Seleção und gewann mit ihr den Titel bei der Weltmeisterschaft 1994. Zusammen mit seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Leonardo leitet er die gemeinnützige Stiftung »Gol de Letra«, welche ein alternatives Ausbildungsprogramm für sozial benachteiligte Kinder in Rio de Janeiro und São Paulo anbietet.Rocha, Carlito (1894–1981)
Einer der abergläubigsten aller Ballstreichler. Als Spieler zum Beispiel weigerte er sich, den Mittelkreis zu betreten. Der Grund, ganz klar: Beinbruchgefahr. Später wurde er Präsident bei Botafogo. Sein stets treuer Begleiter: Hund Biriba. Der zwölfte »Mann«, ihn als Maskottchen zu bezeichnen wäre eine Beleidigung gewesen. Alex Bellos erzählte uns folgende Anekdote: »Einmal erleichterte sich der Hund vor einem wichtigen Spiel an dem Bein eines Fußballers. Da Botafogo die Begegnung gewann, verlangte Carlito mit vorhersehbarer Logik, dass Biriba vor jedem Spiel an dasselbe Bein pinkelt. Es kann nicht bewiesen werden, dass das rituelle Urinieren keine Wirkung hatte. Botafogo gewann 1948 die Landesmeisterschaft.«Rocha, Martha
Wurde 1954 erste »Miss Brasil«. Gutaussehende Fußballspieler werden gerne ebenso genannt. > RaíRodrigues, Nelson (1912–1980)
Umstrittener Dramatiker und anerkannter Journalist. Selten objektiv, immer mit Herzblut. Autor unseres Lieblingszitates: »Beim Fußball ist der größte Blinde der, der nur den Ball sieht.« Bruder von Mário Filho.Rezension: Gooooool! Brasilianer zu sein ist das Größte
Romário
Von Johan Cruyff einst als »Genie des Strafraums« bezeichnet, brasilianischer Dauerbrenner, schwierige Persönlichkeit mit Hang zu Exzessen, höchstwahrscheinlich zukünftiger Politiker. Noch im Alter von 39 Jahren wurde er mit 22 Treffern für Vasco da Gama Torschützenkönig der brasilianischen Liga. Am 20. Mai 2007 schoss er in der Erstligapartie Vasco da Gama gegen Sport Recife sein (inoffiziell) 1.000stes Tor, woraufhin das Spiel für 16 Minuten unterbrochen wurde, um dem Weltfußballer von 1994 eine Ehrenrunde im Stadion Sao Januario zu ermöglichen. > MalandroRonaldo
»O Fenômeno« schnürte seine Schussstiefel erstmals für Cruzeiro Belo Horizonte und erzielte in 60 Spielen 60 Tore. Das brachte ihn bereits mit 17 Jahren zur WM-Endrunde 1994 inklusive Titel und Engagement in Europa. Nach einer Karriere voller Erfolge, Verletzungspech und privater Eskapaden kehrte Ronaldo zuletzt nach Brasilien zurück und heuerte im Dezember 2008 bei Corinthians São Paulo an. > PentaZeitlupe: 08.03.2009: »O Fenômeno« ist zurück!
Ronaldinho
Mit seinen 28 Jahren hat der kleine Ronaldo bereits alles erreicht, was ein Fußballerleben zu bieten hat: Weltmeister, Weltfußballer und Champions League-Sieger mit dem FC Barcelona. Zudem ist Ronaldinho Gaúcho ein hochdotierter Werbeträger und einer der bestbezahlten Sportler der Welt. > Nike > PentaRosana
Bis Jänner 2009 brasilianische Edel-Legionärin im Dienste des niederösterreichischen Frauenfußball-Rekordmeisters SV Neulengbach. Das Zitat »Wäre ich ein Mann, wäre ich Millionär« kommt jedoch von der argentinischen Kickerin Rosana Gómez. > Milene DominguesSai Zica!
Verzweifelter Ausruf eines (noch nicht ganz) hoffnungslosen Fans an Hexen und Geister, dem Spuk doch ein erlösendes Ende zu bereiten. > MacumbaSaldanha, João (1917–1990)
Kommunist, Kritiker, Journalist, Botafogo-Spieler und Trainer der Seleção. Er verstarb 1990 während der Übertragung der Weltmeisterschaft in Italien.Santos, Nilton
Ein Leben für Botafogo. 26 Jahre lang schnürte er für den Club aus Rio de Janeiro seine Stiefel. »Die Enzyklopädie« war sein Beiname. – Er verstand es als einer der Ersten das Spiel des Außenverteidigers »modern« zu interpretieren und ein Spiel zu lesen. Für Mané Garrincha war er einer der wenigen treuen Freunde und Wegbegleiter. Eines seiner wenigen Tore – vermutlich das Schönste – machte er in einem Spiel gegen Österreich, bei der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden. > GolaçoSambódromo
Mit dem Maracanã-Stadion und der Christusstatue der dritte – zum Bauwerk gewordene – Eckpfeiler der brasilianischen Kultur. Die Arena ist 700 Meter lang, fasst 90.000 Personen und ist Austragungsort des jährlichen Karnevalsumzugs der Sambaschulen in Rio de Janeiro.SC Corinthians Paulista
Traditionsreicher Arbeiterklub aus São Paulo, benannt nach der heute nicht mehr existierenden Londoner Amateurmannschaft »Corinthians F.C.«. Besitzt eine der größten und fanatischsten Anhängerschaften Brasiliens, darunter die über 55.000 zahlende Mitglieder fassende politisch linke Ultrà-Gruppierung »Gaviões da Fiel« (»Treue Falken«). Diese gründeten 1976 eine eigene Sambatruppe für den Karnevalsumzug. Aus der Sambatruppe wurde eine Sambaschule, und so kommt es zu dem Kuriosum, dass ein Fußballfanclub zwei Mal den Karnevalswettbewerb der Sambaschulen in São Paulo gewonnen hat. Nicht nur diese bezeichnen den Klub gerne als den »besten der Welt«, vor allem seit dem Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft 2000. An diesem inofiziellen Titel kratzt die Tatsache, dass die Corinthians im Gegensatz zum Lokalrivalen Palmeiras nie die Copa Libertadores gewinnen konnten, weshalb ihnen diese Bezeichnung in São Paulo mit Leidenschaft abgesprochen wird. > TorcidaVereinswappen: SC Corinthians Paulista: Timão
SE Palmeiras
1914 von italienischen Einwanderern als »Società Palestra Italia« gegründeter Verein. Nach dem Kriegseintritt Brasiliens aufseiten der Alliierten 1942 wurde der Verein gezwungen, seine ursprünglichen Farben Rot-Weiß-Grün sowie seinen Namen zu ändern. »Greenpeace« (© Sócrates) kann 14 Teilnahmen an der Copa Libertadores vorweisen, gewann den Bewerb aber nur ein Mal 1999. Vier brasilianische Meistertitel komplettieren die Erfolgsgeschichte.Seleção
Die Auswahl. Das Team. Die Einheit. Die Elf. Die Mannschaft. Die Selektion. Brasilien nahm als einziges Team bei allen 18 Endrunden seit 1930 teil. Aktueller Coach an der Seitenlinie: Dunga.Show de Bola
Der Elfmeter von Sócrates gegen Polen bei der Weltmeisterschaft 1986. Show de Bola! Die Wellen am Strand von Ipanema. Show de Bola! Das wärmende Lächeln der Busticketverkäuferin. Show de Bola! Will man seinen Freunden davon erzählen, es selbst nie vergessen oder bekommt man schlichtweg Gänsehaut davon, handelt es sich im Optimalfall um etwas Großartiges, Atemberaubendes, Außergewöhnliches und in Brasilien um die »Show des Balls«. > Futebol ArteSócrates
Eigentlich: Sócrates Brasileiro Sampaio de Souza Vieira de Oliveira. Wer so einen klingenden Namen hat, kann kein schlechter Fußballspieler sein? Richtig! Bei den Weltmeisterschaften 1982 und 1986 führte der exzentrische Kapitän jeweils die Mannschaft auf den Platz. Zwischen 1978 und 1984 spielte er bei Corinthians, »seinem Verein«, und schoss in 297 Spielen 172 Tore. AC Florenz, Flamengo und der FC Santos waren seine weiteren Karrierestationen. 2004 – im stolzen Alter von 50 – gab »Doutor« Sócrates sein zwölfminütiges Inseldebüt beim englischen Neuntligisten Garforth Town. Sócrates lebt in Ribeirão Preto und São Paulo und ist Vater von sechs Söhnen. Älterer Bruder von Raí.Ballgespräch: Sócrates: Von Fahnen und Freiheiten
Sport Club Internacional
1909 von drei Brüdern aus Sao Paulo gegründet, denen zuvor die Aufnahme beim Lokalrivalen Grêmio verweigert wurde. Bis heute der einzige Verein Brasiliens, der die brasilianische Meisterschaft unbesiegt gewinnen konnte. Den »Colorados« gelang dieses Kunststück in 16 Spielen im Jahr 1979, womit man sich den dritten Stern über dem Vereinswappen verdiente. Mit dem Gewinn der Copa Libertadores 2006 qualifizierte sich Inter für die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2006 in Japan. Dort konnte mit einem 1:0 Finalsieg über den FC Barcelona der größte Erfolg der Klubgeschichte bewerkstelligt werden.Styroporbox
Wichtiges Kühl- und Transportutensil zur Versorgung der Torcida mit Flüssigkeiten ihrer Wahl. Ebenso anzufinden an den brasilianischen Stränden zur Kühlung von Eis, Açaí und ganz banal: Bier.Taffarel, Cláudio
106-facher Tormann der brasilianischen Elf, Weltmeister von 1994. Ziert sich ein brasilianischer Junggeselle bei der Ansprache seines bevorzugten Mädchens, werden ihn seine Freunde mit folgendem Sprichwort motivieren: »Raus, das ist deine, Taffarel!« Gemeint ist: Zeige Mut und vertraue deinem Geschick.Übrigens: Der 26. April ist »Tag des Tormanns« in Brasilien. > Raí > Zona do Agrião
Rezension: The final Kick
Torcida
Organisierte Fanclubs, aber auch die Masse der Fans im Allgemeinen. Die zwei größten: »Gaviões da Fiel« (SC Corinthians Paulista) und »Raça Rubro Negro« (Flamengo). Ein Zitat über den Stellenwert von Corinthians: »Corinthians ist kein Team mit einer Torcida. Corinthians ist eine Torcida mit einem Team.«Tostão
Weltmeister (1970) und Südamerikas Fußballer des Jahres (1971). Eines der größten Genies des brasilianischen Fußballs, dessen große Stärke in der Antizipation der Bewegung seiner Mit- und Gegenspieler lag. Im Alter von 26 Jahren musste er seine Karriere aufgrund von Augenbeschwerden vorzeitig beenden. Er studierte, wie Kollege Sócrates, Medizin und arbeitet heute als Sportjournalist.Turma do Amendoim
Deutsch: Erdnussabteilung. Nörgelnde Besucher, selten »richtige« Fans, deren Hauptbeschäftigung der massige Verzehr von Erdnüssen ist und die diese, so besagt es die Legende, gerne als Wurfgeschoss Richtung Trainerbank missbrauchen. > CBD > TorcidaUruguay
Winziges Land im Süden Brasiliens, Gewinner der Weltmeisterschaften 1930 (im eigenen Land) und 1950 (im großen Nachbarland). > MaracanaçoVárzea
Im Spanischen wird es »Cancha« genannt, gemeint ist dasselbe. Das spontane und schnörkellose Fußballfeld zur Ausübung einer gepflegten »Pelada«. Das internationale Projekt »Canchas – Spontaneous Soccer Fields« widmet sich diesen Feldern, samt deren anthropologischen, sozialen und kulturellen Rahmenerscheinungen. > Futebol de Rua > Gol FechadoWeblink: http://www.canchas.org
Zagallo, Mário
»O Lobo«, »der Wolf«, war an vier der fünf Weltmeisterschaftstiteln – entweder als Spieler oder als Trainer – beteiligt. Die Arabischen Emirate führte er ebenfalls zu einer Endrunde, zur WM 1990 in Italien.Zebra
Wer beim Glücksspiel »Jogo de Bicho« (illegales Glücksspiel, bei dem statt auf Zahlen auf Tiere gesetzt wird) auf das Zebra setzt, hat erst einmal keine guten Karten. Das Zebra gibt es nämlich nicht. Wenn das Zebra zur Überraschung aller Beteiligten auf wundersame Weise dann doch gewinnen sollte, bekam der unbekannte, bis dato eigentlich nicht existente Außenseiter im Glücksbarometer den Vorzug. Vergleichendes Beispiel beim Fußball: FC Salzburg qualifiziert sich für die Champions League. Unmöglich? Ja.Zerão
Eigentlich »Estádio Milton Corrêa«. Das Stadion liegt in Macapá, der Hauptstadt des im äußersten Norden liegenden Bundesstaates Amapá. Der Äquator durchschneidet die zwei Spielhälften als Mittellinie. Alex Bellos bringt es mit folgender Frage auf den Punkt: »Was machen die verklemmten Engländer am Nullmeridian in Greenwich? Sie bauten ein Observatorium und versahen es mit einer globalen Mahnung zur Pünktlichkeit. Was taten die Brasilianer am Breitengrad Null?«Zico
Spitzname Arthur Antunes Coimbras, der legendären Nummer 10 der Seleção und Vereinsikone des beliebtesten Clubs des Landes: Flamengo aus Rio de Janeiro. 765 Spiele bestritt der »weiße Pelé« für die Rot-Schwarzen aus seiner Heimatstadt und erzielte dabei unglaubliche 568 Tore. Er war Spielgestalter der »besten Seleção aller Zeiten«, jener der Weltmeisterschaft 1982. Zicos Trainerkarriere verlief bislang jedoch eher durchwachsen: Nach bescheidenen Erfolgen mit der japanischen Nationalmannschaft und zwei guten Jahren bei Fenerbahçe Istanbul hechelt der ehemalige Kurzzeit-Sportminister Brasiliens seitdem dem schnöden Mammon hinterher, der ihn bislang zu Bunjodkor Taschkent (Usbekistan), ZSKA Moskau und zuletzt zu Olympiakos Piräus (seit September 2009) führte.Zona do Agrião
Deutsch: Kressezone. Josef Hickersberger nannte das großteils unbekannte Terrain poetisch »die Zone der Wahrheit«. Und meinte: Hier geht es ums Ganze, hier wird das Spiel entschieden, hier lauert die Gefahr, der Strafraum. So gefährlich wie ein Sumpf! Und wachsen tut hier naturgemäß wenig. Außer, vielleicht, der genügsamen Kresse.Zuckerhut
Geografisch ausgezeichnet gelegener Aussichtsberg in Rio de Janeiro und Pseudonym und Imageträger für alles Brasilianische – zumindest aus europäischer Sicht. > Cristo Redentor0 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Zitiert
»Wenn der Ball meine Geliebte war, dann war sie mir von allen die Liebste.«
Nilton Santos25.09.2009
Campeonato Gaúcho
Bebeto
Cafú
Tostão
22.08.2009
Barbosa, Moacyr
19.08.2009
Didi
Domingada
Domingos
Jairzinho
29.06.2009
Porra
Caralho
Confederations Cup
Sai Zica!
29.05.2009
Da Silva, Leônidas
24.04.2009
Bola de Ouro
Santos, Nilton
18.04.2009
Carrinho
Drible de Vaca
Chapéu
16.04.2009
Várzea
Pipoqueiro
Updates
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Grêmio Foot-Ball Porto Alegrense
17.09.2009
Zico
06.08.2009
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Der Fußball hält eine Reihe faszinierender Ereignisse parat: Kantersiege, Stangentreffer, Fallrückzieher, Freistöße, Elfmeter, … Das Abseits gehört nicht dazu. Oder doch?
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Die Tor-Fixiertheit, mit der uns Spielberichte in Zeitungen und TV-Zusammenfassungen in der Regel serviert werden, verstellt den Blick auf eine der aufregendsten Facetten des Spielgeschehens: den Stangentreffer. Piiinng! Der erhabene Klang, den ein an Pfosten oder Latte klatschender Ball erzeugt, ist in der Sportwelt konkurrenzlos.
Mit stolzer Brust präsentiert
Das Fußball-Trikot ist wohl das meistgesehene und -getragene Shirt der Welt. Seine repräsentative Eigenschaft hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Das Projekt »Oranjehemden« untersucht die zeitgenössische Funktion und Darstellung der Trikots.
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A derrota. Uma vitória.
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Tartan Army Boys
Mit Kilt, Bier und Dudelsack: Die schottischen Fans sind berühmt für ihren Support. Das Team für glorreiches Scheitern.