Victoria und Fortuna im Meidlinger Drama
»Big Clash« – Teil III: Nach zwei Spielen und zwei Siegen konnte sich »Null Acht«-Teamchef Alois Gstöttner teamintern (!) unter anderem Folgendes anhören: »Du erreichst die Spieler nicht mehr. Du bist wie Jürgen Klinsmann, arrogant und selbstüberschätzend.«
Die Antwort: Eine Umstellung auf ein frisches 3–4–3 sollte die offensivfreudigen Gemüter beruhigen und den Gegner im Rahmen unseres ersten Heimspiels gleich zu Beginn ordentlich einschnüren. Die eher unkonventionelle Interpretation auf dem Rasen kann mit 6–0–4 annäherungsweise beschrieben werden und bescherte uns nach nur 10 Minuten das verdiente 0:1. Ballesterer-Außenverteidiger Clemens Zavarsky hielt den Ball flach und verwertete nach einer ansehnlichen Kombination in die lange Ecke zur Führung für die Gäste. Das 50 Köpfe zählende Publikum sah in weiterer Folge eine spielbestimmende Ballesterer-Mannschaft, die mit Spielanteilen jenseits der gefühlten 70-Prozent-Marke starken Druck ausübte und zwei Mal die Vorentscheidung nur knapp vergab.
Victoria meinte es nach der Pause dennoch gut mit uns und ließ Redakteur Joachim Techt einen strammen Strich durch die Frühlingslandschaft zeichnen, der das Spielgerät in der 68. Minute aus gut 25 Metern unter die Latte seinen Bestimmungsort zum Ausgleichstreffer finden ließ. An der Überlegenheit der Ballester-Elf änderte das jedoch nichts, deren mehrfach vergebene Chancen schlussendlich in der 88. Minute in einem strittigen Elfmeter-Pfiff des Schiedsrichters gipfelten. Unser Keeper Martin Fetz, der »Panther von Meidling«, hielt uns in der Partie, indem er den von Andreas Hagenauer ausgeführten Strafstoß aus dem rechten Eck seiner leicht befleckten Dienstwohnung saugte.
In der Nachspielzeit sorgte erneut Philipp »Titi« Wolfesberger – wie auch schon beim letzten »Clash« – für die Entscheidung: Mit einem strittigen Kopfballtor in der 92. Spielminute besiegelte er den Endstand zum 2:1. Während die Jungs vom Ballesterer monierten, der Schiedsrichter habe den Ball noch nicht freigegeben, beugten wir uns – nicht allzu schweren Herzens – der Tatsachenentscheidung.
Eine herrliche Mannschaftsvorstellung von Moral und Siegeswillen beschied uns eine seltene Liaison, bei der sich zur Siegesgöttin Victoria auch die Glücksgöttin Fortuna gesellte, während die – eh wieder sehr brav spielenden – Magazinkollegen in Orange mit dem Schicksal und dem Unparteiischen haderten.
Das Champions League-Finale von 1999 im Camp Nou, Bayern München gegen Manchester United, war der dramaturgisch naheliegende Vergleich. Die Identifikation mit der bayrischen Mannschaft scheint aufseiten des Ballesterer ausgeprägt, wird ihr doch bei der nächsten Ausgabe ein Schwerpunkt gewidmet.
In der »Meisterschaft der österreichischen Fußballmagazine mit Qualitätsanspruch« konnten wir unseren Vorsprung auf mittlerweile neun Punkte ausbauen. Die unausweichliche Revanche, »Big Clash – Teil IV«, wurde für Ende Juni festgesetzt.
Zitiert
»Eine herrliche Mannschaftsvorstellung von Moral und Siegeswillen beschied uns eine seltene Liaison, bei der sich zur Siegesgöttin Victoria auch die Glücksgöttin Fortuna gesellte.«
Null Acht – Ballesterer: 2:1 (0:1)
Tore: Joachim Techt (68.), Philipp Wolfesberger (90.+); Clemens Zavarsky (10.)
Ort: Platz der Wiener Viktoria, Wien
Datum: 19.04.2009 Weiterführende Links
Spielbericht auf der Webseite von »Ballesterer«
Arbeit + Sieg = Arbeitssieg: Ballesterer – Null Acht: 0:1
Schmach im Schatten der Skyline: Ballesterer – Null Acht: 1:7
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»Big Clash« – Teil III: Nach zwei Spielen und zwei Siegen konnte sich »Null Acht«-Teamchef Alois Gstöttner teamintern (!) unter anderem Folgendes anhören: »Du erreichst die Spieler nicht mehr. Du bist wie Jürgen Klinsmann, arrogant und selbstüberschätzend.«
Seu Miguel
† 6. März 2009
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»The big Clash« nannte es einer unserer Abonnenten und selten traf es jemand richtiger. Das dritte Aufeinandertreffen der beiden Giganten der heimischen Fußballmagazinwelt ist gleichzeitig unser erstes Spiel vor eigenem Publikum.
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