Patientenverfügung: Der verlängerte eigene Wille

Patientenverfügung

Stellen Sie sich vor, Sie wären plötzlich stumm. Sie bekommen zwar alles mit, was in der Welt passiert, und können selbst nicht aktiv daran teilnehmen, weil Sie sich nicht mehr bewegen und sich nicht mehr äußern können. Dieses Schicksal müssen Komapatienten ertragen. Sie sind gezwungen, tatenlos zuzusehen, wie sie am Leben erhalten werden, obwohl sie das vielleicht gar nicht möchten. Genau aus diesem Grund trat am 1.7.2006 das Patientenverfügungsgesetz in Kraft.

Eigener Wille trotz Verlust der Äußerungsfähigkeit

Eine Patientenverfügung ist eine Dokumentation des eigenen Willens. Eine solche Verfügung berechtigt Sie dazu, eine medizinische Behandlung im Vorhinein abzulehnen. Sollten Sie einmal nicht in der Lage sein, sich selbst zu äußern, müssen sich Ärzte verpflichtend an die Patientenverfügung halten. Sie verlängern somit Ihr Recht auf Selbstbestimmung und sind nicht von Ihren behandelnden Ärzten abhängig.

Außerdem nehmen Sie Ihren Angehörigen die möglicherweise jahrelangen, zermürbenden Diskussionen um Ihren wahren Willen ab und verhindern damit eventuell einen großen Streit in der Familie.

Umfassende Aufklärung vonnöten

Damit Sie in der Lage sind, für sich selbst die beste Entscheidung zu treffen, benötigt es ein hohes Maß an ärztlicher Aufklärung. Diese Aufklärung muss vom Arzt auch schriftlich festgehalten werden, damit diese Dokumentation der Patientenverfügung beigelegt werden kann, wenn sie errichtet wird. Die Patientenverfügung kann von einem Notar errichtet werden und bleibt ab dem Ausstellungszeitpunkt fünf Jahre gültig.

Eine Patientenverfügung kann mit einer Vorsorgevollmacht verbunden werden. Mit einer Vorsorgevollmacht geben Sie einer Person Ihres Vertrauens das Recht, im Falle einer Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für Sie zu erledigen. Durch die Erstellung einer solchen Vollmacht kann ein umfassendes „Vorsorgepaket“ geschnürt werden.

Lassen Sie sich gut beraten

Selbstverständlich können Sie eine bereits bestehende Patientenverfügung jederzeit widerrufen. Außerdem können Sie sie erneuern, damit sie jederzeit Ihrem aktuellen Willen entspricht. Denn die Medizin entwickelt sich laufend weiter und auch Ihre Entscheidungen können sich im Lauf der Jahre ändern.

Lassen Sie sich sowohl bei der Erstellung, als auch bei einer eventuellen Änderung vom Notar Ihres Vertrauens beraten. Eine Patientenverfügung ist in keinem Fall eine schlechte Entscheidung. Damit gönnen Sie sich die Sicherheit, dass Sie im Falle eines Falles immer so behandelt werden, wie Sie es sich wünschen.